Deutsche Textiler produzieren rund 22 Millionen Masken pro Woche

Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie beschreibt die Lage der Branche dennoch verheerend – vielen mittelständischen Betrieben droht das Aus.

Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie.
Foto: Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie.
© Marco Jentsch

Fast jedes zweite Unternehmen der deutschen Textil- und Modeindustrie ist in die Versorgungslücke bei Schutzmasken gesprungen. Die Produktion beträgt nach einer aktuellen Umfrage des Gesamtverbandes textil+mode rund 22 Millionen Masken pro Woche, Tendenz steigend. Im Befragungszeitraum (letzte Aprilwoche) wurden pro Woche 2,5 Millionen FFP-Masken, 7,5 Millionen OP-Masken sowie rund 12 Millionen Mund-Nase-Masken, sogenannte Alltagsmasken, von den Unternehmen der mittelständischen Unternehmen zum Schutz vor dem Corona-Virus produziert.

Dr. Uwe Mazura, Hauptgeschäftsführer Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie: „Trotz der enormen wirtschaftlichen Probleme sind fast die Hälfte unserer Unternehmen in die Maskenproduktion eingestiegen, um ihren Beitrag für den Gesundheitsschutz zu leisten. Es ist beeindruckend, wie schnell unsere Unternehmen trotz aller Probleme neue Lieferketten aufgebaut, Produkte entwickelt und zum Teil auch für den medizinischen Gebrauch zertifiziert haben. Die Produktionszahlen bei Masken dürfen allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lage in der Textilindustrie durch den Shutdown als desaströs bezeichnet werden muss. Viele Unternehmen kämpfen um ihre Existenz und wissen nicht, wie sie über die nächsten Wochen kommen sollen."

Rund 80 Prozent der Unternehmen haben Kurzarbeit beantragt, ein Drittel befürchtet, in diesem Sommer Pleite zu gehen, wenn die Wirtschaft nicht zügig wieder anlaufen kann. Größte Probleme für die Unternehmen sind Stornierungen, Probleme mit den Lieferketten und Liquiditätsengpässe. Zwar wurde die Mittelstandslücke bei den KfW-Corona-Krediten geschlossen, viele Unternehmen berichten allerdings über Probleme bei der Kreditbeantragung und den Vergabe-Bedingungen. Der Gesamtverband textil+mode fordert deshalb jetzt ein zügiges Wiederanfahren der Wirtschaft.

Uwe Mazura: „Wir haben der Bundesregierung und den Ministerpräsidenten der Länder einen Plan für einen Re-Start unterbreitet. Mit konkreten Anti-Corona-Maßnahmen können wir das Wirtschaftsleben in Deutschland jetzt wieder hochfahren. Dazu leistet die deutsche Textil- und Modeindustrie mit der Maskenproduktionen einen wichtigen Beitrag. Wir müssen den Stillstand überwinden und die Ärmel wieder hochkrempeln, damit nicht reihenweise mittelständische Unternehmen in Deutschland von der Landkarte verschwinden. Gerade jetzt zeigt sich, wie wichtig es ist, eine eigene Industrie in Deutschland zu haben."