Überirdische Shirts für irdische Astronauten

Neue Funktionstextilien für Weltraum und Grenzbereiche auf der Erde

Zwölf Probanden nahmen an der zwei-monatigen Bettruhe-Studie des DLR teil. Dabei erprobten sie, wie sich Inaktivität auf den menschlichen Organismus auswirkt.
Quelle: Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)
Foto: Zwölf Probanden nahmen an der zwei-monatigen Bettruhe-Studie des DLR teil. Dabei erprobten sie, wie sich Inaktivität auf den menschlichen Organismus auswirkt. Quelle: Deutsches Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR)

Das Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln hat im Rahmen einer Bettruhe-Studie die Auswirkungen der Schwerelosigkeit im All auf den menschlichen Körper untersucht. Zwölf Männer zwischen 20 und 45 Jahren lagen für zwei Monate in speziellen Betten, deren Kopfenden um sechs Grad nach unten geneigt waren. Dadurch generierten die Forscher den Effekt, dass sich die Körperflüssigkeiten der Probanden in Richtung Oberkörper verschoben. Die Hohenstein Institute und die Schoeller Textil AG überraschten diese „irdischen“ Astronauten mit „Spacetex“-Funktionsshirts aus speziellem Funktionsmaterial. Diese sind identisch mit dem Shirt, das der deutsche Astronaut Dr. Alexander Gerst im Zuge des „Spacetex“-Projektes getragen hat.

Die Probanden zeigten sich begeistert von den „Spacetex“-Funktionsshirts und waren dankbar für die Abwechslung im „Alltag“ der Bettruhe-Studie. Für die Funktions-Shirts wurde eine Maschenstoff-Entwicklung aus der Linie eschler®, a schoeller® brand verwendet. „e1-Textilien“ absorbieren den Schweiß und transportieren diesen nach außen. Wichtig ist dies z. B. für das All: Dort werden wegen der fehlenden Schwerkraft und damit Wärmeströmung (Konvektion) weder Körperwärme noch Schweiß an die Umgebung bzw. Bekleidung abgeleitet. Der Schweiß haftet an der Haut und die Kühlwirkung für den Körper bleibt aus. Des Weiteren sind in die „Spacetex“-Shirts Funktionen wie z. B. antimikrobielle Textil- Ausrüstungen integriert, welche die Geruchsbildung minimieren. Solche Zusatzfunktionen stellen wichtige Eckpunkte künftiger Entwicklungen für Stationwear im Weltraum dar.

Die Ergebnisse des Projekts „Spacetex“ helfen die Kleidung der Astronauten für künftige Aufenthalte im All und auf Langzeitmissionen zu optimieren. Zudem liefert das Projekt wichtige Erkenntnisse zur Entwicklung neuer textiler Produkte, die unter extremen klimatischen und physiologischen Bedingungen auf der Erde eingesetzt werden können. Hierzu finden bekleidungsphysiologische Untersuchungen unter Schwerelosigkeit statt, bei denen das Zusammenspiel von Körper, Kleidung und Klima beleuchtet wird.