Umfrage zum Tarifabschluss 2009

Präsentation der Ergebnisse

Bereits Ende 2008 signalisierten viele Betriebe der Textil- und Bekleidungsindustrie, dass ihnen nach dem deutlichen Konjunktureinbruch kein Spielraum mehr für Entgeltsteigerungen in der anstehenden Tarifrunde verbleibe. Der Tarifabschluss vom März 2009 hatte deshalb die klare Zielsetzung, diesen Betrieben durch freiwillige Betriebsvereinbarungen die Möglichkeit zu verschaffen, Entgelterhöhungen für 2009 vollständig und für 2010 zumindest in gewissem Umfang, auszuschließen.

Im Rahmen einer aktuellen Blitzumfrage hat sich bestätigt, dass die Firmen in Südwestdeutschland von den Flexibilisierungsmöglichkeiten des Tarifabschlusses vielfach Gebrauch gemacht haben. So wurden die Einmalbeträge von je 8 mal 42,50 Euro im Jahr 2009 nur von der Hälfte aller Firmen voll an die Arbeitnehmer weitergegeben. Von der tabellenwirksamen Erhöhung in Höhe von 40,00 Euro und 1,5 Prozent im Januar 2010 ist die Erhöhung um 1,5 Prozent betriebsvereinbarungsoffen bis zum Jahresende ausgestaltet. Hier gaben lediglich 61 Prozent der Firmen an, diese 1,5 prozentige Erhöhung zusätzlich zu den 40,00 Euro bereits ab Januar 2010 zu bezahlen.

Äußerst bedenklich ist aber, dass unabhängig von der Zahlung der Einmalbeträge oder der Tariferhöhung nur noch 70 Prozent der Firmen wirtschaftlich in der Lage waren das tarifliche Urlaubsgeld und nur 61 Prozent die Jahressonderzahlung im Jahr 2009 in voller Höhe zu bezahlen. Dies gilt es bei den Tarifverhandlungen 2010 zusätzlich zu berücksichtigen.