Ungewisse Preiszukunft

Stromeinkaufsring holt schon jetzt Angebote für 2013 ein

Ende März setzten sich die Teilnehmer des Strom- und Gaseinkaufsrings von Südwesttextilund Gesamtmasche zusammen und unterhielten sich über das künftige Vorgehen angesichts der Katastrophen in Japan und ihrer Folgen.

Nach den Reaktorunfällen in Japan und der anschließenden Kernkraftdebatte in Deutschland wurden sieben Kernkraftwerke vom Netz genommen – Atommeiler, vor 1980 gebaut. Sie werden nun im Rahmen des von der Regierung verhängten dreimonatigen Moratoriums auf ihre Sicherheit hin überprüft. Durch die Abschaltungen fallen vorerst 7 419 MW Strom weg. In Folge dessen kam es an der EEX, der Leipziger Strombörse, zu einem starken Anstieg des Strompreises. Noch ist unklar wie viele Meiler nach dem Moratorium wieder ans Netz gehen werden, so dass die Preissteigerung möglicherweise noch nicht ihr Ende erreicht hat.

Weitere Einflussfaktoren für steigende Strompreise sind bei dieser Betrachtung nicht zu vernachlässigen: So führen die steigenden Rohstoffpreise bei den Primärenergieträgern, z.B. Kohle, Uran, Erdgas und Rohöl, teilweise schon seit Anfang 2009 zu höheren Preisen. Zurückzuführen ist dies auch auf das konjunkturelle Wachstum in Deutschland. Der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien führt zu steigenden Investitionen bei der Schaffung der Infrastruktur sowie der Anlagen – das bleibt nicht ohne Folgen. Aber auch die beschlossene Brennelementesteuer für Kraftwerksbetreiber wird bei ihrer Umsetzung nicht folgenlos bleiben und ab 2013 tritt die nächste Stufe im CO2-Zertifikatehandel in Kraft, bei der auch die Kraftwerksbetreiber zahlen müssen.

Vor diesem Hintergrund haben sich die Teilnehmer des Stromeinkaufsrings entschlossen, für 2013 und 2014 bereits jetzt erste Angebote einzuholen, obwohl die meisten noch Vertragslaufzeiten bis 2012 haben. Der Gaseinkaufsring wartet noch mit einer Anfrage, da aktuell nur wenige Lieferanten bereits Gasmengen für 2013 anbieten.

Südwesttextil bietet seit mehreren Jahren seinen Mitgliedern die Möglichkeit, durch die Bündelung der Strom- und Gasabnahmemengen bessere Einkaufsbedingungen auszuhandeln. Betreut werden die Einkaufsgemeinschaften von der Energie Consulting GmbH (ECG) in Kehl. Als Tochterunternehmen der Badischen Stahlwerke GmbH verfügt das Beratungsunternehmen über langjährige Erfahrungen im Energiemanagement. Die ECG bündelt die Nachfragemengen, schreibt sie gemeinsam am Markt aus und prüft die von den Energieversorgungsunternehmen vorgelegten Angebote. Nach Abschluss der Preisverhandlungen bekommt jeder Teilnehmer der Einkaufsgemeinschaft einen maßgeschneiderten Liefervertrag zur Unterschrift vorgelegt.