Verhaltene Einschätzung der konjunkturellen Lage

Südwesttextiler sehen die wirtschaftlichen Aussichten für die nächsten sechs Monate nicht allzu positiv

Bei der letzten Erhebung lag der Index noch bei fast 15 Punkten, jetzt ist er auf knapp 10
Punkte zurückgegangen.
Foto: Bei der letzten Erhebung lag der Index noch bei fast 15 Punkten, jetzt ist er auf knapp 10 Punkte zurückgegangen.

In der aktuellen vierteljährlichen Befragung zum Geschäftsklimaindex bewerteten die Südwesttextil-Mitglieder ihre konjunkturelle Lage sowie die Aussichten für die nächsten sechs Monate nicht allzu positiv. Lag der Index bei der letzten Erhebung noch bei fast 15 Punkten, so ist er jetzt im Herbst auf knapp 10 Punkte zurückgegangen.

Der Hauptgrund für diese Entwicklung ist in der verhaltenen Bewertung der aktuellen wirtschaftlichen Situation der Unternehmen zu finden. Gingen im Frühjahr noch fast 60 Prozent der Betriebe von einer guten Kapazitätsauslastung aus, so waren es bei der jetzigen Befragung nur noch etwas mehr als 44 Prozent. Auch die Zahl derer, die von einer schlechten Kapazitätsauslastung sprechen, erhöhte sich auf ein Fünftel der Befragten. Im Vergleich dazu waren es in der Juli-Umfrage nur 13,5 Prozent. Ähnlich zeigt sich das Bild bei den im Inland erzielten Umsätzen. Von guten Ergebnissen auf dem heimischen Markt gehen nur noch 31 Prozent der Unternehmen aus, bei der Erhebung vor drei Monaten waren das noch 47 Prozent.

Ebenfalls eine Eintrübung ist bei der zu erwartenden wirtschaftlichen Lage zu sehen, wobei der Rückgang deutlich schwächer ausfällt, als bei der Beurteilung der aktuellen Lage. Am deutlichsten wird die Zurückhaltung bei der Neueinstellung von Mitarbeitern ersichtlich. Sagten im Frühjahr noch ein Viertel der Unternehmer, dass sie neue Mitarbeiter einstellen wollen, so waren es jetzt nur noch 11 Prozent. Interessant ist, dass bei der aktuellen Umfrage weniger Unternehmen ihren Mitarbeiterstamm reduzieren wollen, als noch vor drei Monaten. Dies zeigt die abwartende Haltung der meisten Unternehmer. Man kann die Auswirkungen von Brexit, der Entwicklung der Flüchtlingsthematik und der anstehenden US-Wahl noch nicht richtig greifen.

Die konjunkturellen Impulse aus dem In- und Ausland sind derzeit nicht eindeutig und erschweren den Ausblick auf die nächsten Monate. Die negativen Meldungen von anderen deutschen Industriebereichen und vom Außenhandel vor allem mit Ländern außerhalb der EU stehen auf der einen Seite. Dem gegenüber steht allerdings ein sich verbesserndes ökonomisches Umfeld in der Europäischen Union.