Verhandlungsauftakt in der Textil- und Modeindustrie

Brinkmann: "Wir setzen auf die Unterstützung der IG Metall" / Aktuelle Umfrage zeigt Dramatik der wirtschaftlichen Entwicklung

Als erste Branche des produzierenden Gewerbes ist die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie heute in eine Tarifrunde für das Krisenjahr 2009 gestartet. Zum Auftakt forderte Wolfgang Brinkmann die Unterstützung der IG Metall ein. "Wir befinden uns in der wohl schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Angesichts der völlig unsicheren Zukunfts-aussichten erwarten wir ein klares Signal der IG Metall, sich gemeinsam und mit allen Möglichkeiten gegen Betriebsschließungen und Arbeitsplatzverluste stemmen zu wollen", sagte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber.

Die Forderungen der IG Metall nach 5,5 Prozent mehr Lohn bezeichnete Brinkmann als "Zahl aus einer anderen Zeit". Auch eine aktuelle Umfrage unter den Unternehmen der Branche mache den Ernst der Lage deutlich. Demnach planen über 30 Prozent der Betriebe Kurzarbeit. In 43 Prozent der Unternehmen wird bereits Personal abgebaut. Geplante Investitionen können 53,8 Prozent kaum oder nur teilweise umsetzen.

"Dies ist keine normale Tarifrunde, das weiß auch die IG Metall", so Brinkmann. Spielraum für Lohnerhöhungen sei kurz- bis mittelfristig nicht vorhanden. Er appellierte an die IG Metall, die Tarifverhandlungen zu nutzen, um neue Wege auszuloten. Ziel müsse es sein, den rund 1.000 Betrieben mit ihren 130.000 Mitarbeitern zusätzliche Reaktionsmöglichkeiten auf die Krisensituation zu eröffnen. Die Tarifverhandlungen werden am 11. Februar in Düsseldorf fortgesetzt.