Vom Sturm in die Flaute

Südwesttextil zeigt sich vor der Wirtschaftspresse verhalten optimistisch

Trotz starker Nachrichtenkonkurrenz durch die Ereignisse um VW und Porsche stieß die Jahres-pressekonferenz von Südwesttextil am 23. Juli in Stuttgart auf eine gute Resonanz in der Presse. Präsident Armin Knauer gelang es, den anwesen-den Journalisten die Lage der Branche sowie die Probleme, mit denen sie aktuell zu kämpfen hat, eindrücklich zu vermitteln.
"Wir haben die konjunkturelle Talsohle erreicht und sind jetzt auf dem Weg vom Sturm in die Flaute", so Knauer. Und das sei allemal die bessere Position.

Donata Apelt-Ihling (Alfred Apelt, Oberkirch) und Hans Digel (Gustav Digel, Nagold) ergänzten die Darstellung der Wirtschaftszahlen anhand ihrer eigenen Unternehmen und sorgten so dafür, dass der Ausblick insgesamt verhalten optimistisch ausfällt. Denn beide Unternehmen können sich durch ihre Spezialisierungen deutlich vom Branchendurchschnitt abheben.
Damit bekam die Presse ergänzend zu der Branchenanalyse auch ein anschauliches Bild aus der Textil- und Bekleidungsbranche.

Gründe für den hoffnungsvollen Blick in die nächste Zukunft lieferte auch der jüngste Geschäftsklimaindex. Hier zeigten sich eine deutliche Zunahme der Kapazitätsauslastung gegenüber dem ersten Quartal des Jahres sowie leicht verbesserte Geschäftserwartungen.

Allerdings hat die stark exportorientierte Textil- und Bekleidungsindustrie in Baden-Württemberg durch den massiven Einbruch wichtiger ausländischer Absatzmärkte deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. So gingen die Ausfuhrumsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres um 24,5 Prozent zurück. Besonders hart betroffen waren dabei die Unternehmen der Textilindustrie, die ein Minus von 37 Prozent hinnehmen mussten. Mit minus 12,5 Prozent bei den Auslandsumsätzen schnitten die Bekleidungshersteller dabei etwas besser ab.

Insgesamt vermelden die Zahlen der amtlichen Statistik für die Branche im Südwesten ein Umsatzminus von knapp 35 Prozent für die Monate Januar bis Mai. Allerdings verweist Südwesttextil darauf, dass nach den eigenen Verbandszahlen das Minus insbesondere bei vielen Bekleidungsherstellern nur im einstelligen Bereich liegt.

Erneut positiv haben sich hingegen die Ausbildungszahlen in den rund 225 Textil- und Bekleidungsbetrieben im Land entwickelt. So konnte die Zahl der Auszubildenden um knapp sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 700 Berufseinsteiger erhöht werden. Südwesttextil fördert jeden zusätzlichen Ausbildungsplatz mit 300 Euro monatlich. "Das erleichtert vielen Unternehmen die eigenen Ausbildungsanstrengungen", so Knauer.

An den beiden Unternehmensbeispielen konnten die Pressevertreter sehen, wie sich die Textil- und Bekleidungsunternehmen von ausländischer Billigkonkurrenz abheben können. Der Heimtextilienspezialist Alfred Apelt setzt auf besonders hochwertige und modische Qualität, die in der vollstufigen Weberei hergestellt wird. "Unsere Stärke liegt im Gespür für das Moderne und in der flexiblen Reaktion auf die Wünsche unserer Kunden", ist die Gesellschafterin Donata Apelt-Ihling überzeugt. Jährlich werden im eigenen Atelier sechs saisonale Stoff- und Tischwäschekollektionen entworfen.

Der Herrenbekleidungsspezialist Gustav Digel setzt mit seinem einzigartigen Baukastensystem und einer modernen 24-Stunden-Logistik auf den Kundenservice. "Wir sind jederzeit in der Lage, den Kunden europaweit extrem schnell und effektiv zu bedienen", so Hans Digel.