Von Shitstorms und böhmischen Dörfern

Personalleiterkreis von Südwesttextil zu Social Media

Facebook, Xing und Twitter – was für die einen bereits zum festen Bestandteil des privaten und beruflichen Lebens geworden ist, klingt für andere nur nach böhmischen Dörfern.

Der Personalleiterkreis von Südwesttextil widmete sich am 17. April der Frage, welche Bedeutung soziale Netzwerke für moderne Unternehmen haben können. Mit Unterstützung der Stuttgarter Kreativagentur die wegmeister wurden Praxisbeispiele von Großkonzernen erörtert, um so von den Großen zu lernen. Nach aktuellen Studien sind momentan bereits 100 Prozent der Jugendlichen im Internet präsent. Insbesondere in der Altersstufe zwischen 40 und 60 Jahren erfahren das Internet sowie die sozialen Netzwerke gerade die größten Zuwächse.

Vor diesem Hintergrund wurde das Fazit gezogen, dass soziale Netzwerke ein wichtiger Kanal sein können, den es zu bespielen gilt, um Unternehmen zu präsentieren und insbesondere Personal zu rekrutieren. Ebenfalls an prominenten Beispielen wird jedoch deutlich, dass es bei weitem nicht damit getan ist, einen Einstieg in diese Medien zu finden. Es ist vielmehr absolut notwendig, Verantwortlichkeiten im Unternehmen zu schaffen und dadurch zu gewährleisten, dass sich Auftritte in sozialen Netzwerken nicht verselbständigen können. Gerade die große Chance, unmittelbar eine unüberschaubare Menge an Usern zu erreichen, stellt auch gleichzeitig das größte Risiko dar.

Nicht umsonst wird mit Shitstorm, dem Anglizismus des Jahres 2011, ein Phänomen bezeichnet, wonach eine völlig unerwartete und plötzliche Flut an unerwünschten Beiträgen und Kommentaren über eine Seite und damit ihren Betreiber hereinbricht. Nur wer hier mit der nötigen Vernunft und Professionalität reagiert, kann tatsächlich von der Öffentlichkeit profitieren und größeren Schaden von sich und seinem Unternehmen abwenden. Auch aus arbeitsrechtlicher Sicht empfiehlt es sich, Guidelines im Unternehmen zu erlassen, die die Spielregeln für die Benutzung sozialer Netzwerke in beherrschbare Bahnen lenken.

Daneben tauschten sich die Personalleiter in gewohnter und geschätzter Manier unter Anleitung der Referenten von Südwesttextil über praxisrelevante Neuerungen im Befristungsrecht und aktuelle Entwicklungen in Rechtsprechung und Gesetzgebung aus.

Die abschließend von Rechtsanwältin Susanne Wicht, Gesamtverband textil+mode, Berlin vorgestellte Ausgleichsvereinigung zur Künstlersozialabgabe stellt für viele Unternehmen sicherlich eine sinnvolle Institution zur Verminderung des bürokratischen Aufwands und damit zur Kostenreduzierung dar.

Alle Unterlagen zum Personalleiterkreis stehen wie gewohnt im Mitgliederbereich zum Download zur Verfügung.