Winzige Teile mit großer Wirkung

Untersuchungen von Nanoprodukten zur Sicherheit für Mensch und Umwelt

Mit Nano-Teilchen (gr. nanos = Zwerg) entstehen heutzutage faszinierende Produkte mit ganz neuen Funktionalitäten. Dazu gehören z. B. Textilien, von denen Schmutz einfach abperlt oder die antibakteriell wirken. Doch wie bei jeder neuen Technologie muss auch diese sicher in der Anwendung sein. Hersteller und Anwender solcher High-Tech-Produkte sind daher gleichermaßen daran interessiert, dass die Nano-Partikel für Mensch und Umwelt unschädlich sind – und das über den gesamten Lebenszyklus.

Im internationalen Textilforschungszentrum Hohenstein Institute in Bönnigheim arbeiten Biologen, Mediziner und Chemiker in mehreren Forschungsprojekten im Arbeitsgebiet Nano-Toxikologie zusammen, um wichtige wissenschaftliche Grundlagen zur Produktsicherheit und Nachhaltigkeit von Nano-Produkten zu erforschen. Hierbei kommen zum einen standardisierte, aus anderen toxikologischen Fachgebieten wie der Umwelt- Toxikologie bekannte, sogenannte OECD-Prüfmethoden zum Einsatz.

Das Team von Dr. Timo Hammer, wissenschaftlichem Leiter des Fachbereichs Arbeit, Umwelt und Medizin, ergänzt diese durch aussagekräftige Organmodelle. Um zu untersuchen, ob Nano-Partikel aus der Atemluft aufgenommen werden können, belasten die Hohenstein-Wissenschaftler zum Beispiel menschliche Zellen des Atemtraktes mit speziell markierten Nano-Partikeln. Anschließend beobachten sie unter dem Mikroskop, ob die winzigen Teilchen von den Flimmerhärchen der Zellen abtransportiert und damit die Aufnahme in den Körper verhindert werden. Die Wissenschaftler interessiert aber auch, wie die Zellen generell auf die Nano-Partikel reagieren – sprich, ob z. B. die Zellteilung und damit ihre Regenerationsfähigkeit beeinflusst wird.

Auch mögliche Umweltauswirkungen der Nano-Teilchen werden in Hohenstein untersucht, z.B. ob freie Partikel, ausgerüstete Textilien oder Abwasser einer Fabrik das natürliche Ökosystem schädigen. Die aktuellen Ergebnisse der Nanotoxikologie werden am 14. Dezember beim Hohenstein Nanoforum, das gemeinsam mit dem Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf sowie dem Forschungskuratorium Textil veranstaltet wird, mit Nano-Experten aus Wissenschaft und Industrie vorgestellt und diskutiert. Mehr Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es unter http://www.hohenstein.de/nanoforum.

Foto ©Hohenstein Institute