Wolken ziehen auf

Südwesttextil-Geschäftsklimaindex rutscht im dritten Quartal ins Minus

In der südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie hat sich das Geschäftsklima in den letzten drei Monaten seit der letzten Befragung deutlich eingetrübt. Der Index fiel von 9,68 Punkten auf minus 0,51 Punkte. Im Vergleich dazu betrug der Durchschnitt aus den letzten fünf Jahren 6,41 Punkte.

Nach den Ergebnissen des Südwesttextil-Konjunkturtests beurteilen die Unternehmen ihre Lage weniger gut als bei der Befragung zuvor. Im Hinblick auf die Entwicklung der kommenden sechs Monate überwiegen die positiven Erwartungen weiterhin leicht. Allerdings ging auch hier der Wert von 10,48 auf 0,75 Punkte zurück.

Die Unternehmen beurteilen ihre Lage weniger gut als bei der letzten Umfrage
Foto: Die Unternehmen beurteilen ihre Lage weniger gut als bei der letzten Umfrage
© Südwesttextil

Auch im verarbeitenden Gewerbe der baden-württembergischen Wirtschaft gaben die bisher sehr positiven Urteile zur Geschäftslage spürbar nach. Die weitere Geschäftsentwicklung wird dagegen erneut verhalten zuversichtlich eingeschätzt.
Der Hauptgrund für die negativere Bewertung der aktuellen Lage ist ein nachlassender Schwung in der Nachfrageentwicklung. Die Kapazitätsauslastung und der Auftragseingang werden von den Südwesttextilmitgliedern durchweg pessimistischer bewertet als im letzten Quartal. Von den befragten Unternehmen geben 21 Prozent an, dass die derzeitige Auslastung schlecht sei. Bei der Befragung vor drei Monaten sagten dies nur knapp 7 Prozent. Ähnlich sieht das Bild bei dem Auftragseingang aus. 37 Prozent bezeichnen diesen als schlecht. Im Juli waren es gerade mal 13 Prozent.

Diese beiden Ausprägungen sind es, die die Erwartungen für die nächsten sechs Monate nicht beflügeln. Bei der aktuellen Befragung sagen 21 Prozent, dass die Kapazitätsauslastung steigen wird - im Vergleich zu 33 Prozent bei der letzten Befragung, analog dazu beim Auftragseingang.

Die Auswirkungen des Sinkflugs der Börse in China mögen sich in den Ergebnissen bereits widerspiegeln, ebenso der Rückgang der Exporte nach Russland. Hier sind alle Sparten der Textil- und Bekleidungsindustrie nicht verschont geblieben. Es ist allerdings fraglich, ob schon die Auswirkungen des Abgasskandals für die Automobilzulieferer in die Umfrageergebnisse eingeflossen sind.
Bis zum August konnte die Branche nach Angaben des statistischen Landesamts noch einen Umsatzzuwachs von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erzielen. Auch andere Konjunkturbeobachtungen in Baden-Württemberg gehen davon aus, dass die Wirtschaft im Südwesten insgesamt ihr Wachstum beibehält.