Workshop Textilkennzeichnung

Gut besuchtes Seminar Ende Juni in Böblingen

Seitdem die neue EU-Textilkennzeichnungsverordnung in Kraft getreten ist, haben sich Fragen rund ums Etikett zum Dauerbrenner entwickelt. Entsprechend gut besucht war der Workshop Textilkennzeichnung, zu dem Südwesttextil und Gesamtmasche am 27. Juni nach Böblingen eingeladen hatten. Silvia Jungbauer, Kennzeichnungsexpertin beider Verbände, gab einen Überblick über Aktuelles aus den Bereichen Rohstoff -, Herstellerund "Made in"-Kennzeichnung und diskutierte mit den 30 Teilnehmern häufige Fehlerquellen. Das Internet werde zunehmend zur Abmahnfalle: "Auch wenn noch bis 2014 "alt" gelabelte Ware an den Endkunden verkauft werden darf, hat die Kennzeichnung in Online-Shops und in Katalogen seit Mai 2012 nach den neuen Maßgaben zu erfolgen."

Über die Rechtsfolgen, die bei falscher oder fehlender Kennzeichnung eintreten können, informierte Rechtsanwältin Gabriele Bernhardt von der Wettbewerbszentrale, die darüber hinaus auch wichtige rechtliche Hinweise zur Gestaltung von Online-Shops erteilte. Wer scheinbar verzeihliche Fehler wie die fehlerhafte Kennzeichnung mit "Lycra" statt Elasthan bisher als Bagatelle betrachtet hat, wurde wachgerüttelt: "Verstöße gegen die europäischen Vorgaben sind immer als wesentlich anzusehen", warnt die Rechtsexpertin.

Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung ersetzt die bisherigen nationalen Gesetzgebungen der EU-Mitgliedstaaten und bringt eine Reihe praxisrelevanter Änderungen mit sich. Prominente Beispiele sind der Hinweis auf nicht-textile Materialien tierischen Ursprungs und die vollständige Angabe auch geringfügiger Rohstoffanteile. Um einen kontinuierlichen Austausch zum Thema Kennzeichnung zu gewährleisten, haben Gesamtmasche und Südwesttextil für ihre Mitglieder im Juni ein spezielles Online-Netzwerk eingerichtet.