Zoll gegen Fälscher

Produkt- und Markenpiraterie verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe

Produkt- und Markenpiraterie verursacht jährlich Schäden in Milliardenhöhe. Bekleidung steht im aktuellen Jahresbericht der EU-Kommission wieder ganz oben auf der Liste. Laut EU-Kommission beschlagnahmten die europäischen Zollbehörden im Jahr 2013 fast 36 Millionen Produkte, bei denen ein Verdacht auf die Verletzung geistiger Eigentumsrechte bestand. Das ist zwar ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Doch der Wert der abgefangenen Waren liegt immer noch bei satten 760 Millionen Euro.

Hauptherkunftsland von Fälschungen im Bereich Mode und Textil ist weiterhin China, gefolgt von der Türkei und Hongkong. Das Segment Bekleidung stellt mit 12,3 Prozent und einem Retail-Wert von über 100 Millionen Euro erneut den größten Anteil an allen beschlagnahmten Waren. Auf Schuhe entfallen weitere 75 Millionen Euro, auf Accessoire-Kategorien wie Sonnenbrillen oder Taschen ähnlich hohe Beträge. Was der Zoll beschlagnahmt, ist dabei nur die Spitze des Eisbergs. Schließlich greift der Zoll nur stichprobenartig und im Fall klarer Verdachtsmomente ein. Bei Fälschern zunehmend beliebt ist der Versand von Fakes per Post- oder Kurierdienst. Bei diesen Kleinsendungen ist die Kontrolle besonders aufwendig. Rund 70 Prozent der Zollinterventionen 2013 betrafen Post- und Kurierpakete. Dabei gingen den Behörden insbesondere Arzneimittel, Schuhe, Taschen und Bekleidung ins Netz.