Zoll-Update 2013

Wachsende Regelungsdichte im Außenhandel erfordert hohe Expertise

Fragen zum Thema Zoll und Außenwirtschaft haben für die Textil- und Bekleidungsindustrie seit langem eine große Relevanz. Trotz Binnenmarkt und Software-Unterstützung ist die Arbeitswelt der Zollverantwortlichen in den Unternehmen komplexer denn je. Weiter zunehmende Außenhandelsaktivitäten in vielen Firmen und die Sicherheitsinitiativen der EU sorgen für hohen Informationsbedarf. Das Seminar "Zoll-Update 2013" am 5. Februar, zu dem Südwesttextil und Gesamtmasche nach Stuttgart eingeladen hatten, informierte über die Neuerungen und Änderungen, die in diesem Zolljahr auf die Wirtschaftsbeteiligten zukommen.

Zollspezialist Harald Neun, CCIT Neun, gab den Teilnehmern einen aktuellen Überblick von Außenprüfungen bis zum Zollwert. Der Einsatz moderner Prüfsoftware macht die Zollbeteiligten praktisch gläsern. Umso mehr ist die gewissenhafte Pflege von Vorgängen und Daten gefragt, etwa bei der richtigen Tarifierung. Ein für die Branche besonders gravierendes Problem ist die restriktive Auslegung und Anwendung der Vorschriften zum Zollwert. "So genannte "geistige Beistellungen" und bestimmte Leistungen von Einkaufskommissionären im Ausland führen oft zu einem Zollwert, der den Rechnungswert der Ware weit übersteigt", warnte Neun.

Ralf Morawski vom Softwarehaus AEB erläuterte am Beispiel Tarifierung, wie IT-Tools das Leben mit dem Thema Zoll um einiges leichter - und sicherer - machen können. Außenwirtschaftsexpertin Silvia Jungbauer präsentierte die Neuerungen im Bereich Warenursprung und Präferenzen. Neue Freihandelsabkommen, aber auch das neue Präferenzsystem für Entwicklungsländer ab 2014 bietet Chancen, machen die Materie "WuP" aber noch unübersichtlicher als bisher. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch ein Follow-up zu den Themen ATLAS, Sichere Luftfracht und zur "Gelangensbestätigung" bei umsatzsteuerfreien Lieferungen ins EU-Ausland.