Zollvorteile für Entwicklungsländer

Das Allgemeine Präferenzschema für Entwicklungsländer (APS) aus dem Jahr 2014 sieht vor, dass die Europäische Union ihren Freihandelspartnern keine zusätzlichen Zollvorteile mehr über das APS einräumt.

Entsprechend fallen Länder, mit denen die EU Freihandelsabkommen schließt, nach einer zweijährigen Übergangsfrist aus dem APS. Dies gilt sukzessive für einige lateinamerikanische und afrikanische Länder, mit denen die EU in den letzten Jahren Freihandelsabkommen abgeschlossen hat. Auch die Ukraine verliert ab 2018 ihren APS-Status, da Anfang 2016 das bilaterale Freihandelsabkommen mit der EU in Kraft getreten ist.

Die Ukraine verliert ab 2018 ihren APS-Status.

Silvia Jungbauer, Außenwirtschaftsexpertin von Südwesttextil

Zuvor hatten einseitige Präferenzen der EU für Waren aus der Ukraine gegolten. In einzelnen Fällen verlieren Länder ihre Begünstigung, weil die UNO sie nicht mehr als Entwicklungsland bzw. als zur Gruppe der ärmsten Entwicklungsländer gehörig einstuft. Die Liste der APS-Vergünstigten verkürzt sich demnach fortlaufend. An den effektiven Zollvorteilen ändert sich allerdings nur im besonderen Fall etwas. Die Vermeidung der Doppelbegünstigung soll dabei helfen, bilaterale Abkommen durchzusetzen – Vorteile beim Marktzugang also nicht nur zu gewähren, sondern auch zu erhalten.