Zukunftsangebot der Arbeitgeber von IG Metall abgelehnt

Verhandlungsführer Simon: „Die Gewerkschaft hat die Chance verpasst, gemeinsam mit uns einen Weg aus der Krise zu gehen.“

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Mönchengladbach: Die Gewerkschaft hat in der Nacht das Zukunftspaket der Arbeitgeber für die 100 000 Beschäftigten der westdeutschen Textil- und Modeindustrie abgelehnt.

Verhandlungsführer Markus Simon: „Angesichts der existenzbedrohenden Krise unserer Branche durch die Corona-Pandemie ist es absolut unverständlich, dass die IG Metall nicht auf unser Zukunftspaket in zwei Stufen eingegangen ist. Damit hat die Gewerkschaft die Chance verpasst, mit uns gemeinsam einen Weg aus der Krise zu gehen.“

Die Arbeitgeber hatten für dieses Krisenjahr zunächst eine Corona-Prämie vorgeschlagen, um für das Jahr 2022 Spielräume für zwei Tariferhöhungen zu haben. Außerdem boten die Arbeitgeber Verbesserungen bei der Altersteilzeit sowie bei arbeitgeberseitig finanzierten Weiterbildungsangeboten an.

Markus Simon: „Ausgerechnet an diesem Verhandlungsort, der Textilakademie NRW in Mönchengladbach, einem Symbol für die Zukunftsfähigkeit unserer Branche, ein Angebot mit Perspektiven auszuschlagen, ist für uns als Arbeitgeber ein Schlag ins Gesicht. Unsere Beschäftigten kennen die schwierige Situation in den Betrieben und wissen, wie schwierig es für uns alle ist, unsere Unternehmen durch die Corona-Krise zu steuern. Die IG Metall scheint die Augen davor zu verschließen. Sonst hätte sie unseren Zukunftskatalog, mit dem wir uns gemeinsam aus der Krise steuern wollten, nicht abgelehnt.“

Der Winterlockdown trifft vor allem die deutschen Bekleidungshersteller hart. Die Läden sind weiter geschlossen, die Winterkollektionen liegen unverkauft in den Regalen, die Händler ordern keine neue Ware, auch nicht für das nächste Jahr. Auch die Hersteller technischer Textilien haben durch die Corona-Pandemie massive Umsatzeinbrüche zu verkraften. „So eine Krise hat unsere Branche in dieser Wucht und Intensität noch nie erlebt“, berichteten Unternehmerinnen und Unternehmer, die den Verhandlungen virtuell zugeschaltet waren.

Das Fazit der Arbeitgeberseite nach dem dritten Gespräch mit den IG Metall-Vertreterinnen und Vertretern: „Es gibt bei der IG Metall offenbar kein Verständnis für die wirtschaftliche Situation unserer Unternehmen. Ein Streik für die überzogene Forderung der IG Metall von vier Prozent mehr Lohn und Gehalt in diesem Corona-Krisenjahr wäre deshalb ein Tanz auf dem Vulkan. Es ist absolut unverständlich, dass sich die Gewerkschaftsdelegation nicht auf unseren zweistufigen Zukunftsplan eingelassen hat. Wir alle wissen: Der Weg aus der Corona-Pandemie wird länger dauern und viel härter werden, als wir das alle noch vor einem Jahr für möglich gehalten haben. Viele unserer Unternehmen kämpfen um ihre Existenz. Dass die IG Metall vor diesem Hintergrund unser Angebot abgelehnt hat, schafft noch mehr Unsicherheit in einer eh schon unsicheren Lage“, stellte die Arbeitgeber-Kommission nach fast elfstündigen Verhandlungen enttäuscht fest.

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