Zukunftsmarkt im Reich der Mitte

Gesetze und Anforderungen für den Markteintritt in China

Infotag China

In Kürze wird China international zum Modemarkt Nr. 1 aufrücken. Die Umsätze im Bekleidungseinzelhandel sollen bis 2017 um über die Hälfte wachsen. Jeder fünfte Euro im globalen Mode-Retail wird dann in der Volksrepublik erwirtschaftet werden. Auch deutsche Textil- und Bekleidungsfirmen können an diesem enormen Wachstum partizipieren - und tun es bereits. Allerdings gilt es beim Marktzugang, neben kulturellen Unterschieden, Passformfragen und ungewohnten Vertriebsstrukturen, eine ganze Reihe rechtlicher Aspekte und nationaler Qualitätsanforderungen zu beachten.

Um Licht ins Dunkel rechtlicher Fallstricke zu bringen, luden am 21. Oktober die Verbände Dialog Textil-Bekleidung, Südwesttextil, Gesamtmasche und VTB zu einem gemeinsamen Infotag China unter ihrer Kooperationsmarke "TMD - Textil- und Modedialog" ein. Angesprochen waren insbesondere Führungskräfte aus Unternehmen, die in China investieren und expandieren möchten, außerdem Experten aus den Bereichen Recht und Steuern, Finanzen, Ein- und Verkauf, Qualität und Zertifikate. Ausgesuchte China-Experten referierten zu einer breiten Themenpalette. Thaddäus Müller, der als langjähriger Assoicate Director bei Fiducia in Honkong mittelständische Firmen bei Einkauf, Verkauf und Produktion in China berät, berichtete zur Gesellschaftsgründung sowie zur Besteuerung in China und Hongkong. Jan B. Gutknecht, Business Development Manager, EMEA bei tradeFWD Ltd., stellte mobile Cross Border Payment- Lösungen vor und zeigte auf, wie anhand der innovativen trade² App auf einfachem Wege chinesische Geschäftspartner gefunden werden können. Dr. Jane Jiang, Technical Director bei SGS, ist für ihre Expertise speziell im Bereich chinesischer Standards zu Textilwaren und Leder international bekannt. Sie gab den Teilnehmern einen Überblick zu den verpflichtenden Standards und Labelling-Vorschriften und zog Vergleiche zwischen EU-Gesetzen und -Standards und ihren chinesischen Entsprechungen. Rechtsanwältin Magdalena Harnischfeger-Ksoll, Rechtsanwältin bei Taylor Wessing und Leiterin der deutschen Delegation der gemischten Deutsch-Chinesischen Arbeitsgruppe "Rechtsfragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit" berät seit 1979 Mandanten zu allen Fragen des China-Geschäfts. Sie erläuterte insbesondere die deutsch-chinesischen Standardverträge, die von den Ministerien beider Länder gebilligt wurden, und die als hervorragende Grundlage für deutsch-chinesische Lieferverträge herangezogen werden können. Ihr Kollege Dr. Jakob Riemenschneider führte aus, wie sich verschiedene Distributionsformen in China rechtssicher umsetzen lassen.

Die Teilnehmer lobten das breite Spektrum nützlicher Informationen. Neben der fachlichen Expertise kam auch der Netzwerk-Faktor nicht zu kurz: Vertreter von Unternehmen, Verbänden, Instituten und Dienstleistern fanden Gelegenheit zum Austausch in China-Fragen.