35. Internationale Baumwolltagung Bremen

Am 17. und 18. März findet unter dem Motto ‚Passion for Cotton!‘ die 35. Internationale Baumwolltagung Bremen statt. Die Bremer Baumwollbörse und das Faserinstitut Bremen e.V. (FIBRE) schaffen mit einer innovativen digitalen Hybrid-Edition eine Möglichkeit, durch die sich die internationale Baumwollwirtschaft auf einer virtuellen Tagungsplattform versammeln kann.

Schon am Eröffnungstag, am Mittwoch dem 17. März, macht die Tagung den Weg frei für einen ausgedehnten Blick auf die Baumwolle, ihre wirtschaftliche Bedeutung und nicht immer bekannte Verwendungsrichtungen in der Session ‚Cotton - a Wider View‘:

Banknoten aus nachhaltiger Baumwolle

Bernadette O’Brian vom Directorat Banknoten bei der Europäischen Zentralbank in Frankfurt (EZB) ist verantwortlich für die umwelt- und gesundheitsgerechte sowie die fälschungssichere Produktion von Banknoten. In ihrem Vortrag ‚Der Einsatz von nachhaltigen Baumwollfasern in Euro-Banknoten‘ beleuchtet sie im Rahmen der globalen Nachhaltigkeitsstrategie der EZB die europaweiten Herstellungspraktiken von Banknotenpapier inklusive der Kontrolle der Fertigungsprozesse.

3-D Datenbank für Gewebe und Farben - Digitalisierung sorgt für mehr Baumwollverwendung

Mit einer verstärkt von Digitalisierung geprägten Beschaffungskette beschäftigt sich der Vortrag von Mark Messura, Senior Vice President, Global Supply Chain Marketing, Cotton Incorporated, Cary, USA. Cotton Incorporated hat ein einzigartiges Datenbanksystem errichtet, mit dem Designer auf der ganzen Welt Zugriff auf hunderte von Baumwollstoffen aus unterschiedlichsten Garnen, Webarten und Farbstellungen haben. Alle Stoffmuster stehen digitalisiert in 3-D-Darstellung zur Verfügung. Digitalisierung bedeutet hier, dass physische Eigenschaften eines Gewebes und seiner Bestandteile wie Festigkeit, Textur und Materialfall in elektronische Informationen umgewandelt werden. Diese Informationen können dann in 3D-Design-Software-Programmen für die Produktentwicklung genutzt werden. Designer können ohne Reise und ohne Versand hunderte von Geweben, Farben und Stilen einfach und schnell ausprobieren.

Afrikas Textilwertschöpfungskette im Blick

Navdeep S. Sodhi, Partner beim weltweit operierenden Beratungsunternehmen Gherzi Textil Organisation AG, Zürich, Schweiz, beschreibt die bestehenden Strukturen der afrikanischen Baumwolltextilwertschöpfungskette und analysiert Chancen und Risiken einer wirtschaftlichen Weiterentwicklung.
Die afrikanische Baumwolltextilindustrie ist hochgradig fragmentiert. Es fehlt an Verlinkungen zu vorgelagerten Stufen wie dem Baumwollanbau, der Entkörnung und der Vermarktung im Inland. Weniger als 20 Prozent der in Afrika produzierten Baumwolle wird auf dem Kontinent zu vermarktbaren Produkten verarbeitet, während der Rest des Rohmaterials exportiert wird. Chancen für Veränderungen werden in einem historisch zu beobachtendem Trend zur Verlagerung von Textilproduktion in weniger entwickelte Länder gesehen. Grundsätzlich wächst das Interesse internationaler Einkäufer, den Anteil der Beschaffung von nachhaltig produzierten Baumwolltextilien aus aufstrebenden Regionen zu erhöhen. Dadurch wächst die Chance auf ausländische Direktinvestitionen.

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