Arbeitsbedingungen in Spinnereien in Südindien

Die Veranstaltung findet am 12. Mai 2016 von 11.00 bis 18.00 Uhr in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin in englischer Sprache statt.

'Sumangali' ist eine in südindischen Spinnereien weitverbreitete Praxis der Zwangsarbeit, bei der vorwiegend junge Mädchen, meist zwischen 14 und 18 Jahren, bis zu drei Jahre in Spinnereien unter ausbeuterischen Arbeitsverhältnissen arbeiten müssen, bevor sie am Ende eine Summe erhalten, die ihre Mitgift darstellen soll. Diese Form der Arbeit ist in Indien gesetzlich verboten. Die Tatsache, dass diese Praxis heute noch praktiziert wird, belegt, dass es sich um ein strukturelles Problem in Südindien handelt, zu dessen Lösung es einen gemeinsamen Ansatz verschiedener Stakeholder bedarf.

FEMNET/Kampagne für Saubere Kleidung lädt Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Gewerkschaften zu einer Fachtagung am 12. Mai 2016 in Berlin ein.

Als einer der Partner des Bündnisses für nachhaltige Textilien hatte FEMNET/Kampagne für Saubere Kleidung als mögliche Komponente der Umsetzung des Bündnisses vorgeschlagen, einen Sektoransatz gemeinsam mit Unternehmen, Zivilgesellschaft und Regierung für grundlegende Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Spinnereien in Tamil Nadu aufzusetzen, um das strukturelle Problem „Sumangali“ in Südindien mit der gemeinsamen Wirkungskraft der im Textilbündnis vereinigten Akteure zu bekämpfen.
Auf der Veranstaltung sollen mögliche Lösungsansätze gemeinsam mit Unternehmen, BMZ/GIZ, NROs, Politik und Gewerkschaften erarbeitet werden und die Einbettung des Vorhabens in den Rahmen des Textilbündnisses diskutiert werden.

Auf der Fachtagung werden zudem die Ergebnisse einer von der indischen NRO Cividep erstellten Studie über die Arbeitsbedingungen in den Spinnereien (Sumangali) und Empfehlungen präsentiert. Für die Studie hat Cividep Spinnereien im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu untersucht. Cividep India (Civil Initiatives for Development and Peace India) ist eine indische NGO, die Arbeiter über ihre Rechte aufklärt und Kampagnen für unternehmerische Verantwortung veranstaltet.

Allen Teilnehmern werden rechtzeitig vor der Fachtagung die gesamte Studie auf Englisch und Deutsch sowie ein bereits vorliegender Projektvorschlag zugeschickt.

Anmeldungsschluss ist der 28. April 2016 (kontakt@femnet-ev.de).