Äthiopien – Zukunft der Textilindustrie?

Vom 3. bis 6. Oktober 2017 findet in Äthiopien zum wiederholten Male die African Sourcing and Fashion Week mit Unterstützung der Messe Frankfurt statt.

Die Messe mit weit über 250 Ausstellern ist gleichermaßen interessant für Einkäufer und Zulieferer.

Im Auftrag des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führt die GIZ derzeit in Äthiopien ein Projekt zu Umwelt- und Sozialstandards in der Textil- und Bekleidungsindustrie durch. Mit einem Budget von 4 Mio Euro sollen über drei Jahre Unternehmen der Textil- und Bekleidungsindustrie in Äthiopien fit gemacht werden für internationale Märkte, vor allem durch weitere Verbesserung der Sozial- und Umweltstandards. Damit unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit Äthiopien in seinen Bemühungen, den wachsenden Textil- und Bekleidungssektor an die Anforderungen internationaler Einkäufer und Konsumenten anzupassen.
Das deutsche Vorhaben möchte aktiv dazu beitragen, dass Produktionsbetriebe aus Äthiopien, die schon jetzt hohe Umwelt- und Sozialstandards erfüllen, in direkten Kontakt mit interessierten Bekleidungsunternehmen treten.

Die GIZ bietet im Rahmen der Unterstützung für den äthiopischen Bekleidungssektor deutschen und europäischen Unternehmen der Textil- und Bekleidungsbranche verschiedene Pakete an. Eine Übersicht hierzu finden Sie unter Downloads.

Wissenswertes über Äthiopien

  • Äthiopien plant bis 2020 die Textilexporte von derzeit ca. 100 Mio. USD pro Jahr auf 1 Mrd. USD zu steigern. Dazu sollen bis zu zwölf Textil-Industrieparks gebaut werden.
  • Zwei der ökologisch konzipierten Industrieparks haben bereits vollen Betrieb aufgenommen. Bole Lemi Industrial Park hat 20 Produktionshallen, die an elf Investoren verpachtet sind. Diese beschäftigen derzeit über 12 000 Menschen. Der jüngst eröffnete Industriepark in Hawassa mit seinen 37 Hallen beheimatet 15 Investoren, darunter Unternehmen wie PvH und Arvind und wird in absehbarer Zeit bis zu 60 000 Menschen beschäftigen.
  • Die spezifischen Standortvorteile sind neben der kurzen Entfernung zu Deutschland (sechs Stunden Flug, 19 Tage per Schiff) niedrige Energiepreise aus Wasserkraft, keine Einfuhrzölle nach EU und USA, moderne Infrastruktur, hohes Bewusstsein für Umwelt- und Sozialstandards und nicht zuletzt günstige Löhne.
  • Der Sektor beschäftigt in Äthiopien derzeit 47 000 Menschen und entwickelt sich sehr dynamisch, so dass in den nächsten fünf Jahren mit einem Bedarf an 350 000 ausgebildeten Arbeitnehmer/innen gerechnet wird. Die Bundesregierung unterstützt daher auch mit spezifischen Ausbildungsprogrammen, um diesem Bedarf gerecht zu werden.
  • Deutschland ist derzeit der größte Abnehmer von Bekleidung aus Äthiopien, gefolgt von der Türkei und den USA.