Vom Azubi zur Ausbilderin

Die junge Laborantin Simona Manz begeistert bei Rökona jetzt die nächsten jungen Talente.

Zu Besuch bei Rökona in Tübingen geht es dieses Mal nicht nur um Produktvielfalt, sondern um die Menschen hinter dem Familienunternehmen. Während das Tochterunternehmen, die Rökona Textilwerk GmbH & Co. KG, vor allem für technische Textilien mit einem hohen Anteil im Automobilbereich steht, produziert und vertreibt die Gerhard Rösch GmbH auf der anderen Seite Nachtwäsche sowie Bade- und Freizeitmode. Konkret steht Simona Manz im Mittelpunkt – frisch gebackene Ausbilderin bei Rökona. Erst vor einem Jahr hat die 26-Jährige ihre Ausbildung als Textillaborantin abgeschlossen und hat vor kurzem ihre Ausbilderprüfung absolviert, um sich nun selbst den Auszubildenden zu widmen.

Nach einem Realschulabschluss und ihrem Abitur recherchierte Simona Manz online und auch auf Ausbildungsmessen spezielle Ausbildungsberufe. Bei der Suche stieß sie schließlich auf die Ausbildung als Textillaborant/in bei Rökona. Dank der Erinnerung an gemeinsame Bademodeneinkäufe mit ihrer Oma war ihr das Unternehmen nicht fremd und so begann sie nach einem Praktikum 2013 mit ihrer Ausbildung im physikalisch-technischen Labor.

Christine Schneider, Melanie Müller, Simona Manz, und Rebekka Rüth (v.l.n.r)
Foto: Christine Schneider, Melanie Müller, Simona Manz, und Rebekka Rüth (v.l.n.r)
© Südwesttextil

Ab dem ersten Tag werden die Azubis in Alltagsaufgaben integriert und übernehmen bereits Verantwortung für Serienprüfungen, die an Kunden ausgeliefert werden. Dabei werden die Auszubildenden begleitet und dürfen auch Fehler machen, denn diese ermöglichen das Lernen. Die theoretische Begleitung der Ausbildung findet alle zwei Monate im Blockunterricht an der Berufsschule in Schopfheim statt. Auch während dieser Aufenthalte im Schwarzwald, wo ihre Neigung für Naturwissenschaften gefördert und die Verbindung der theoretischen Inhalte mit den praktischen Aufgaben hergestellt wurden, bekam die damalige Auszubildende Unterstützung vom Unternehmen. Neben der Begeisterung für Technik ist aber auch das Schulfach Deutsch sehr wichtig, denn für die Arbeit im Labor ist eine gute Kommunikation zwischen den Abteilungen unerlässlich.

Besonders fasziniert ist die junge Ausbilderin von der Arbeit mit den vielfältigen technischen Textilien. Zu den Prüfungen gehören die Farbmessung und die Prüfung der Dehnungswerte – beides typische Aufgaben im physikalisch-technischen Labor. Die Farbmessung testet die genauen Farbwerte, sodass bei der Verarbeitung verschiedener Partien trotzdem keine Unterschiede zu sehen sind. Zu Beginn der Ausbildung war die Laborantin überrascht, dass es selbst bei Grau- und Schwarztönen auf Nuancen ankommt. Auch bei der Prüfung von Dehnungswerten gibt es nur geringe Toleranzbereiche und insbesondere bei Wirkwaren ist die optimale Einstellung in der Produktion eine Herausforderung.

Die Faszination, die Simona Manz für technische Textilien und ihren Tätigkeitsbereich empfindet, wurde nicht nur durch die alltäglichen Erlebnisse gestärkt. Unter anderem besuchte sie gemeinsam mit dem Unternehmen die Techtextil in Frankfurt und bekam die Möglichkeit, in der Gatex auch mal außerhalb des Unternehmens im Labor zu experimentieren. Erklären konnte Simona Manz schon während ihrer Ausbildung gut, und dementsprechend führten ihre Begeisterung und ihr Engagement dazu, dass Personalleiterin Melanie Müller ihr vorschlug, den Intensivkurs zur Ausbilderin zu machen.

Talente fördern, den Menschen sehen und präsent sein – das ist das Credo von Rökona. Deshalb geht das Unternehmen auf zahlreiche Ausbildungsmessen und gibt jungen Mitarbeitern die Chance, sich auch ohne jahrelange Erfahrung in einem verantwortungsvollen Job zu beweisen. Immer mehr Menschen bewerben sich aufgrund persönlicher Empfehlungen – ein Beweis für die hohe Identifikation vieler Mitarbeiter mit dem Familienunternehmen. Denn: das textile Wissen ist nicht aus der Region verschwunden, und textilbegeisterte Menschen wie Simona Manz werden gebraucht in Firmen, die für Qualität und Know-how stehen.