Forschungsprojekt „YourBra“ sucht Probandinnen

An der Fakultät Textil & Design der Hochschule Reutlingen wird aktuell an einem innovativen Produktentwicklungsprozess geforscht um zukünftig maßgeschneiderte, individuelle Wäsche für den breiten Markt herstellen zu können.

Anhand von persönlichen 3D-Simulationen sollen Kundinnen in Zukunft direkt virtuell die Optik ihres Büstenhalters sowie die persönliche Passform betrachten und anpassen können.
Foto: Anhand von persönlichen 3D-Simulationen sollen Kundinnen in Zukunft direkt virtuell die Optik ihres Büstenhalters sowie die persönliche Passform betrachten und anpassen können.
© Hochschule Reutlingen

Ein Großteil der Frauen kennt es. Der BH zwickt und sitzt einfach nicht ideal. Sehr viele Frauen tragen die falsche BH-Größe. Doch warum ist das so? Die Gründe liegen vor allem in der unzureichenden Beschreibung der weiblichen Brust nach aktuellem Größensystem und in der starken Variation des menschlichen Körpers. Eine Abdeckung sämtlicher Körperformen ist durch standardisierte Größen im Wäschebereich kaum möglich. Die Konsequenz: BHs sitzen schlecht. Doch ein schlecht sitzender BH sorgt neben ästhetischen Problemen mitunter auch für gesundheitliche Risiken wie Kopfschmerzen, Rückenleiden oder Verdauungsprobleme.

Individuell produzierte Büstenhalter sind auf dem breiten Markt noch kaum zu finden. Hohe Entwicklungszeiten sorgen bei den Herstellern dafür, nicht genügend auf kundenspezifische Wünsche und Körperformen eingehen zu können, und für den Endkunden sind häufige Anproben sowie ein meist hoher Endpreis noch wenig attraktiv.

Im Rahmen des Forschungsprojekts „YourBra“ an der Hochschule Reutlingen wird aktuell in Kooperation mit der Avalution GmbH daran geforscht, wie zukünftig durch berührungslose, digitale Erfassung der Brust- und Körpermaße mittels 3D-Scanner und geeigneter Software Unterwäsche passgenau und ohne Anprobe hergestellt werden kann. Dabei bilden, anders als im bestehenden Größensystem, Parameter wie Brustbreite oder Brustvolumen die Konstruktionsgrundlage. Durch 3D-Software kann die Anprobe vollständig digital erfolgen und Änderungen der Optik oder Körbchenform innerhalb weniger Sekunden erfolgen.

Zur Realisierung des Vorhabens werden bis Dezember dieses Jahres Probandinnen (ab 16 Jahren) gesucht, die in den Räumlichkeiten der Fakultät Textil & Design mittels 3D Scanner digital erfasst werden. Unter Einhaltung allerhöchster Hygienekonzepte werden dazu insgesamt acht Scanpositionen (mit und ohne BH) von je circa 6 Sekunden aufgenommen. Die Umkleidekabine ist direkt mit dem sichtgeschützten 3D-Scanner verbunden, so dass die Scanaufnahmen diskret und ohne Sichtkontakt aufgenommen werden. Zusätzlich werden Fragen zu sportlicher Aktivität und BH-Präferenzen abgefragt. Die Speicherung der Daten erfolgt pseudonymisiert und DGSVO-konform. Probandinnen können bei Interesse eine Bild- oder 3D-Datei einer zusätzlichen Scanposition, auch bekleidet, zur persönlichen Nutzung erhalten.

Im Rahmen der aktuellen Pandemie gibt es ein ausführliches Hygienekonzept zum Schutz aller Beteiligten. So werden neben allen allgemein gültigen Corona-Verordnungen zusätzliche Vorkehrungen wie beispielsweise das durchgehende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, die Desinfektion aller Kontaktoberflächen, die Lüftung der Räumlichkeiten sowie eine Pause von mindestens einer Stunde zwischen den einzelnen Terminen, durchgeführt. Während des Scans ist nur die Probandin und die jeweils durchführende Forscherin anwesend.

Zur Unterstützung der Forschung melden Sie sich bitte zur Vereinbarung eines Termins (Mo-Fr) per E-Mail oder Telefon bei Elena Brake, M. Sc. (07121/271-8513 oder [javascript protected email address]).