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12.04.2022 // Recht + Betriebspraxis

TA Luft: Entwurf zur Einstufung von Acetaldehyd

Der Ausschuss Anlagenbezogener Immissionsschutz/Störfallvorsorge (AISV) der Umweltministerkonferenz hat eine Vollzugsempfehlung zur Einstufung von Acetaldehyd nach TA Luft zur Kommentierung vorgelegt. 

Anlass ist die Einstufung des Stoffes Acetaldehyd (CAS-Nummer 75-07-0) in der CLP-Verordnung als kanzerogen.

Entsprechend dem Entwurf der Vollzugsempfehlung soll für alle Anlagen zukünftig ein separater allgemeiner Emissionsgrenzwert in Nr. 5.2.7.1.1. der TA Luft eingeführt werden.  Ausnahme sind 

  • Anlagen  im Geltungsbereich der 31. BImSchV (Lösemittelanlagen),
  • Anlagen für die § 3 Abs. 2 gilt
  • Anlagen gemäß Anhang VII Teil 2 (Lösemitteldruckerei) und 4 (CMR-Lösemittel) in Verbindung mit Art. 58 (Substitution gefährlicher Lösemittel) und 59 (Emissionsmindernde Maßnahmen) der Richtlinie 2010/75/EU über Industrieemissionen
  • Chemieanlagen, für die die Anforderungen an Acetaldehyd in Durchführungsbeschlüssen (BVT-Schlussfolgerungen) im EU-Amtsblatt veröffentlicht sind oder werden).

Die Vollzugsempfehlung des Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Immissionsschutz (LAI) sieht in Verbindung mit dem nach Nummer 5.2.7.1.1 der TA Luft grundsätzlich geltenden Minimierungsgebot für die Emissionen kanzerogener Stoffe für Acetaldehyd Folgendes vor:

  • Emissionen an Acetaldehyd im Abgas dürfen den Massenstrom 12,5 g/h oder die Massenkonzentration 5 mg/m³ nicht überschreiten
  • Ausnahme: Anlagen, die in Anlage 1 der Vollzugshilfe explizit genannt sind, dürfen einen Grenzwert von 10 mg/m³ einhalten.

Der Gesamtverband hat sich mit der Problematik intensiv im Kreis der Umweltexperten befasst und kommt zu dem Schluss, dass keine Stellungnahme von t+m erfolgen muss.

Begründung

Acetaldehyd: Appretur und Beschichtung: Im Rahmen des für die Textilindustrie angewendeten „Bausteinkonzepts“ (Emissionsfaktorenbestimmung auf der Grundlage von Rezepturdaten) wäre für Acetaldehyd, das bisher als Stoff der Klasse I aus Kap. 5.2.5 der TA Luft im Anhang 4 gelistet ist, ein substanzspezifischer Emissionsfaktor seitens der Chemikalienzuliefererindustrie zu bestimmen. Dieser liegt aber nicht vor. Somit ist davon auszugehen, dass Acetaldehyd kein relevanter Bestandteil von Textilhilfsmitteln ist.

Sollten Ihnen Erkenntnisse vorliegen, dass die vorgesehenen Grenzwerte nicht eingehalten werden können und eine textilspezifische Ausnahmeregelung in Anlage 1 der LAI Vollzugshilfe erforderlich ist, so bittet der Gesamtverband um umgehende Information (mit Bereitstellung von Messergebnissen). Die Frist für eine Rückmeldung an den BDI ist der 27. April 2022.

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